Wie es zur Yoga-Krise kommt oder die dunkle Nacht der Seele
Und warum das normal ist
Mitten auf deinem Yoga-Weg kommen plötzlich Zweifel? Keine Motivation mehr, keine Inspiration – nur noch Widerstand? Diese sogenannte «dunkle Nacht der Seele» ist kein Rückschritt, sondern ein entscheidender Entwicklungsschritt. In unserer Begleitung erleben wir immer wieder, wie wichtig es ist, diese Phase einordnen zu können. Warum sie ganz normal ist – und was dir jetzt hilft – erfährst du hier.
Warum kommt es zur Yoga-Krise oder zur «dunklen Nacht der Seele»?
Wie geht man mit einer solchen Situation um?
Wir brauchen ein Ego - Aber...
Null Bock auf Yoga
Du kennst es vielleicht: Du steigst voll motiviert in eine Yogalehrer-Ausbildung oder einen Meditationskurs ein und die Welt könnte nicht schöner und glänzender sein. Alles ist inspirierend, neu, transformierend. Du triffst Gleichgesinnte und bist «im Flow».
Und dann … nach einer gewissen Zeit – vielleicht nach einem Jahr oder zwei oder noch später im Prozess – kommt der Moment, in dem du denkst:
Was soll das alles?
Was bringt das wirklich?
Brauche ich das überhaupt?
«Ich habe null Bock auf Yoga, Meditation, Pranayama oder sonst etwas «Yogisches». Ich habe das Gefühl, ich mache keine Fortschritte mehr. Vielleicht ist das nichts für mich? Vielleicht bin ich gar nicht dafür gemacht?»
Ein wichtiger Wegweiser in der Entwicklung – und warum es trotzdem kein «Schleck» ist
Kommt dir das bekannt vor?
Du stehst damit nicht allein da. Das nennt man eine Yoga-Krise oder im spirituellen Kontext «die dunkle Nacht der Seele».
Du darfst durchatmen: Es ist normal. Und es passiert eigentlich allen einmal, die sich tiefer auf Yoga einlassen. Diese Phase markiert einen wichtigen Punkt in deiner Entwicklung als Seele.
Warum kommt es zur Yoga-Krise oder zur «dunklen Nacht der Seele»?
Wenn wir uns durch Yoga und Meditation entwickeln und mehr «Licht» zulassen – soll heissen: wenn wir uns mehr und mehr mit unserer Persönlichkeit auseinandersetzen, uns unseren Schattenthemen zuwenden, alte Verhaltens- und Denkmuster hinterfragen – dann gerät unser Ego in Bedrängnis.
Im Yoga beschreiben wir das Ego als das «kleine Ich»: die Persönlichkeit, die sich mit allen weltlichen Dingen identifiziert. Die mit ihren Gedanken und Emotionen verstrickt ist. Die an allem hängt, was ihr lieb und teuer ist – und nicht loslassen will.
Wird dieses Ego durch das Licht der Seele berührt – durch die stetige Praxis, die wir einbringen –, entsteht Spannung.
Das Licht, oder das «grosse Ich», sagt:
«Hey, du darfst dich entspannen. Du bist mehr als dein Körper, dein Besitz oder deine Titel. Du musst dich nicht ständig ängstigen, stressen oder zweifeln. Du bist getragen von einem wunderbaren, liebenden Licht.»
Dem Ego passt das allerdings nicht. Denn wenn du all dieses Licht reinlässt, fragt es sich:
«Was passiert dann mit mir?»
Und es schlussfolgert:
«Dann bin ich weg – und das kann ich nicht zulassen.»
Genau hier entsteht dieser innere Konflikt. Gedanken wie die oben beschriebenen tauchen auf. Du zweifelst am Weg, deine Motivation sinkt, und du spielst mit dem Gedanken, alles einfach hinzuschmeissen.
Wie geht man mit einer solchen Situation um?
Wir begegnen solchen Phasen immer wieder, weil wir unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer über längere Zeit auf ihrem Yoga-Weg begleiten – wenn sie das wünschen – und weil dieses Thema im Gruppenaustausch regelmässig auftaucht.
Wichtig ist: In einem solchen Moment sollte nichts forciert werden. Weder von aussen noch von innen.
Das Verständnis für das oben beschriebene Phänomen hilft, die Situation einzuordnen. Und es darf auch sein, dass du eine Pause einlegst. Dass du mal nicht jeden Tag übst. Die Speichen etwas lockerst. Dich ausruhst. Gut zu dir schaust – im Sinne der Selbstfürsorge.
Wer jetzt jedoch komplett aufgibt und alles an den Nagel hängt, verpasst eine grosse Chance.
Deshalb empfehlen wir eher, langsamer zu gehen. Vielleicht auch mal stehenzubleiben und zu ruhen. Und sich mit dem Ego – sozusagen – zu versöhnen.
Wir brauchen ein Ego – Aber..
Denn wir brauchen ein Ego, um in dieser Welt zu funktionieren.
Aber wir brauchen ein bewusstes Ego. Und genau dabei hilft uns Yoga.
Was heisst das konkret?
Ein bewusstes Ego ist eine Person, die ihre Emotionen wahrnimmt und einordnen kann. Die bewusste Handlungen und Entscheidungen trifft – und dafür Verantwortung übernimmt. Eine Person, die weiss, dass sie ein Licht in sich trägt und Teil eines noch viel grösseren Lichts ist.
Fragen, die uns helfen, durch eine solche Phase zu gehen
Was wünschst du dir wirklich?
Es ist nicht falsch, sich materielle Dinge zu wünschen: eine grössere Wohnung, eine Partnerin oder einen Partner, schöne Ferien, mehr Geld, einen neuen Job – oder was auch immer.
Aber wenn all das da ist – bist du dann im Frieden?
Viele wissen: Nein. Es hört nie wirklich auf, dieses Gefühl von «es fehlt mir noch dieses oder jenes», um endlich glücklich und zufrieden zu sein.
Die Antwort liegt im Immateriellen. Je mehr du dich mit Licht erfüllst, desto zufriedener wirst du.
Das heisst nicht, dass du nur noch «Friede, Freude und Eierkuchen» erlebst. Aber du erfährst eine tiefere innere Zufriedenheit – und weniger Stress. Du wirst vielleicht weiterhin materielle Wünsche haben, doch du definierst dich weniger darüber als früher.
Fazit
Solltest du also auf deinem Weg einmal an einen Punkt kommen, an dem du alles hinschmeissen möchtest, dann denke daran:
👉🏼 Du stehst an einem Scheideweg. Und das ist ein gutes Zeichen.
👉🏼 Du hast mehr Licht in dir als früher.
👉🏼 Nimm dir Zeit. Mach eine Pause, wenn du möchtest. Ruhe dich aus. Und nimm den Weg dann wieder auf.
Was denkst du über dieses Thema? Warst du auch schon an diesem Punkt? Was hat dir geholfen?
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